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Sie sprechen kein Versicherungschinesisch? Die Begrifflichkeiten sind Ihnen vollkommen fremd?
Kein Problem. In unserem Berufsunfähigkeits- und Versicherungslexikon erhalten Sie die notwendigen Erklärungen zu den verwendeten Fachbegriffen, denn nur dann können Sie auch die Ausführungen richtig nachvollziehen und zur Entscheidung für einen passenden BU-Schutz verwenden.

Berufsunfähigkeitsversicherung – Kleingedrucktes wichtig

Gerade die verschiedenen Versicherungsbedingungen geben den Ausschlag über die Qualität einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sollten also genau studiert und verstanden werden. Wenn da von Prognosezeiträumen, Verweisbarkeiten und Anzeigepflichtverletzungen die Rede ist, handelt es sich um ausschlaggebende Kriterien für Ihren Versicherungsschutz. Das Verständnis für den wichtigen Inhalt von Begriffen und Klauseln ist also die Grundlage dafür, dass Sie auch das für Sie richtige Angebot aussuchen können.

Lexikon von A bis Z

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Ablösung - Laut Kreditverbraucherschutzgesetz dürfen Allzweckdarlehen praktisch jederzeit zurückgezahlt werden. Eine vertragliche Verpflichtung, ein Darlehen während der gesamten ursprünglichen Laufzeit zu behalten, besteht für den Kreditnehmer also nicht. Das ermöglicht es Kreditnehmern zum einen, den Kredit jederzeit bar zurückzuzahlen. Zum anderen darf ein Darlehen aber auch jederzeit mittels eines neuen Kredites weiterfinanziert werden. Ist das der Fall, spricht man von einer sogenannten Kreditablösung. Eine Ablösung kann sich für den Darlehensnehmer lohnen, wenn der neue Kredit zinsgünstiger ist, als es der bisherige Kredit war. In diesem Zusammenhang sollte jedoch immer beachtet werden, dass durch eine Ablösung auch Mehrkosten entstehen können – zum Beispiel Bearbeitungsgebühren.
Abstrakte Verweisung - Abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Versicherte, der seinen alten Beruf nicht mehr ausüben kann, auf einen anderen Beruf verwiesen wird. Das heißt, dass der Versicherungsnehmer keinen Anspruch auf eine Leistung hat, da er noch dazu fähig ist, in einem anderen Beruf zu arbeiten. Hier ist es unerheblich, ob der Versicherte in einer anderen Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen kann. Liegt das Einkommen der neuen Tätigkeit 20 Prozent unter dem der alten Tätigkeit, kann der Versicherte diese Arbeit jedoch ablehnen. Wenn man eine Versicherung zur Berufsunfähigkeit abschließt, sollte man also darauf achten, dass die Klausel der abstrakten Verweisung nicht im Vertrag enthalten ist.
Annuitätendarlehen - Konsumdarlehen sind meist sogenannte Annuitätendarlehen. Das bedeutet, dass sie dem Kreditnehmer eine gleich bleibende monatliche Ratenbelastung bieten. Dennoch beinhaltet die Kreditrate sowohl Zins als auch Tilgung des betreffenden Kredites. Dabei verschiebt sich beim Annuitätendarlehen der Zins- und Tilgungsanteil innerhalb der festgelegten Darlehensrate. Während der Zinsanteil anfangs noch relativ hoch ist, nimmt er mit zunehmender Laufzeit ab. Der Tilgungsanteil hingegen nimmt mit zunehmender Kreditlaufzeit zu. Auf diese Weise zahlt der Kreditnehmer seinen Kredit praktisch immer schneller ab. Im Rahmen eines Annuitätendarlehens wird die monatliche Kreditrate auch als Annuität bezeichnet.
Anzeigepflichtverletzung - Eine Anzeigepflichtverletzung bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung liegt dann vor, wenn der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss mit Absicht falsche Aussagen gemacht hat. Auch liegt eine Anzeigepflichtverletzung dann vor, wenn der Kunde hier bestimmte Daten und Fakten ganz verschwiegen hat. Falsche Aussagen und gar Verschwiegene Aussagen können den Grund haben, dass der Versicherungsnehmer hier etwas verschleiern oder verharmlosen will, um ohne Probleme den Versicherungsschutz zu erhalten. Hier geht es oft um sogenannte gefahrerhebliche Umstände. Dies können z.B. Krankheiten, Drogenabhängigkeiten, Krankenhausaufenthalte oder mehrmalige Arztbesuche sein. Ein Versicherungsnehmer begeht bei Abschluss einer BU eine Anzeigepflichtverletzung, wenn er gegenüber dem Versicherungsunternehmen falsche Angaben macht oder gar verschweigt, die ein erhöhtes Risiko für den Versicherungsgeber darstellen würde und eine eventuelle Ablehnung der Versicherung bzw. eine Erhöhung der Beiträge mit sich bringen würden.
Arbeitgeberdarlehen - Gewährt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter einen Kredit, dann spricht man von einem sogenannten Arbeitgeberdarlehen. Diese werden häufig zu günstigeren Konditionen vergeben als die der Kreditinstitute, was ein großer finanzieller Vorteil für den Kreditnehmer (Mitarbeiter) ist. Aus Sicht des Kreditgebers (Arbeitgeber) bedeutet diese Kreditvergabe automatisch auch eine Bindung des Mitarbeiters an sein Unternehmen. Denn in aller Regel wäre im Falle einer Kündigung der gesamte Kreditbetrag sofort zurückzuzahlen. Das wiederum wäre dann nur im Rahmen einer Umschuldung möglich, die aufgrund der meist relativ günstigen Konditionen des Arbeitgeberdarlehens teurer für den Kreditnehmer wäre.
Avalkredit - Der Avalkredit ist eine ganz besondere Form des Darlehens. Denn während bei einem klassischen Kredit tatsächlich Kapital geliehen wird, ist das beim Aval nicht so. Der Avalkredit stellt lediglich die Bürgschaft eines Kreditinstitutes für eine bestimmte Forderung dar. Mittels dem sogenannten Avalrahmen wird die Höhe dieser Bürgschaft begrenzt. Der Avalrahmen entspricht also praktisch einem maximalen Kreditrahmen. Im Gegenzug für die Einrichtung eines Avals berechnet eine Bank Avalprovisionen, die vom Avalnehmer in bestimmten zeitlichen Abständen zu entrichten sind. Üblich sind Avale zum Beispiel im Rahmen der Einrichtung von Mietkautionen. Aufgrund der regelmäßig entstehenden Kosten haben sich klassische Mietkautionskonten durchgesetzt, für die in der Regel nur einmalig Kosten anfallen.
Bauspardarlehen - Das Bauspardarlehen gilt als solide Basis für den Erwerb von Wohneigentum. Es steht grundsätzlich jeder Person zur Verfügung, deren Bausparvertrag in die sogenannte Zuteilung gelangt ist. Dieser Zeitpunkt gilt praktisch als Zielzeitpunkt eines Bausparvertrages. Zu diesem Zeitpunkt kann sich der Sparer entscheiden, ob er das angesparte Guthaben seines Vertrages entnimmt und gegebenenfalls auf das ebenfalls mögliche Bauspardarlehen verzichtet. Alternativ kann er dieses nutzen und zu wohnwirtschaftlichen Zwecken verwenden. Auch die Abtretung des Kreditanspruchs an nahe Angehörige ist rechtlich möglich. Der Vorteil eines Bauspardarlehens: Die Konditionen eines solchen Kredites sind meist vergleichsweise günstig. Bausparkassen liegen bei ihren Darlehenskonditionen besparter Bausparverträge häufig unter dem aktuellen Niveau des Geld- und Kapitalmarktes.
Bearbeitungsgebühren - Wer ein Kredit aufnimmt, muss nicht selten mit Bearbeitungsgebühren rechnen. Diese werden in der Regel in Form eines Aufschlages auf den ausgegebenen Betrag in Rechnung gestellt. Die Höhe der Bearbeitungsgebühr wird häufig prozentual festgelegt. Je größer der Kreditbetrag desto höher fällt der absolute Betrag der Bearbeitungskosten aus. Aufgrund der Mitfinanzierung muss sich diese Gebühr im Effektivzins eines Darlehens wieder spiegeln – das ist gesetzlich festgelegt. Vergleicht ein potenzieller Kreditnehmer den Effektivzins verschiedener Angebote, ist die Bearbeitungsgebühr also bereits berücksichtigt. In einigen Fällen ist jedoch auch der Abzug einer Bearbeitungsgebühr vom bewilligten Darlehensbetrag gängig.
Beleihungswert - Im Rahmen einer Baufinanzierung wird das zu finanzierende Objekt von der Kredit gebenden Bank in der Regel als Sicherheit hereingenommen. Um den dafür eigentlichen Wert festzustellen, errechnet das Kreditinstitut dabei den sogenannten Beleihungswert. Auch für den Kreditnehmer ist dieser maßgeblich. Denn je höher der Beleihungswert, desto zinsgünstiger sind im Allgemeinen die Konditionen, die das finanzierende Institut bieten kann. Aus Sicht der finanzierenden Bank bzw. Sparkasse geht ein höherer Beleihungswert mit einem geringeren Risiko einher. Der Grund dafür liegt in einem realistisch bewertet höheren Wiederverkaufswert der Immobilie.
Berufsunfähigkeit - Berufsunfähigkeit bezeichnet die andauernde Unfähigkeit, aufgrund von Krankheit, Unfall oder Invalidität seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachzukommen. Man unterscheidet zwischen teilweiser und voller Berufsunfähigkeit. Teilweise berufsunfähig bedeutet, dass man über eine Beeinträchtigung verfügt, die dazu führt, den Beruf nur noch zum Teil ausüben zu können. Hierbei gilt zu beachten, dass die Berufsunfähigkeit auch schon in dem Moment eintritt, wenn man rein theoretisch auch in der Lage wäre, einer anderen Beschäftigung nachgehen zu können, die jedoch sozial gesehen niedriger angesiedelt ist und auch nicht so gut vergütet wird. Um diesen zumindest finanziellen Auswirkungen entgegen zu treten, bietet sich die Möglichkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung an. Hierfür ist ein ärztliches Attest notwendig und mit einer teilweisen Beeinträchtigung von mindestens 50 % in Relation zum zuletzt ausgeübten Beruf werden schon monatliche Renten ausgezahlt. Bis zum 01. Januar 2001 gab es eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung, die aber in Folge der Agenda 2010 abgeschafft worden ist. Personen, die vor dem 02. Januar 1961 geboren worden sind, können auch heute noch von dieser Versicherung Gebrauch machen, wenn sie die hierfür notwendigen Voraussetzungen vor dem Stichtag vorlagen.
Berufsunfähigkeitsrente - Die Berufsunfähigkeitsrente war bis zum 31.12.2000 Teil der gesetzlichen Rentenversicherung und wurde im Anschluss abgeschafft.
Bonität - Beantragt ein potenzieller Kreditnehmer bei einer Bank ein Darlehen, so ist das Kreditinstitut verpflichtet, seine Bonität zu prüfen. Als sogenannte Bonität bezeichnet man die wirtschaftliche Stärke eines Kreditnehmers. Eine Bonitätsprüfung schätzt also gegebenenfalls gar ein mögliches Zahlungsausfallrisiko ein. Geprüft wird die Bonität anhand einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung. Diese stellt nachweisliche Einkommen den voraussichtlichen Zahlungsverpflichtungen des Antragstellers gegenüber. Grundlage für eine Kreditvergabe ist ein verbleibendes Einkommen in dieser Rechnung. Eine weitere Möglichkeit, die Bonität eines Antragstellers festzustellen, ist das sogenannte Scoring. Bei diesem werden verschiedene personenspezifische Merkmale mit Punkten bewertet und letztlich eine Gesamtpunktzahl ermittelt. Diese gibt Aufschluss über die statistische Krediterfüllungswahrscheinlichkeit. Das Scoring basiert meist auf Erfahrungswerten von Kreditgebern.
Bürge - Ein Bürge ist eine Person, die sich verpflichtet, für die Verpflichtungen eines Kreditnehmers aus einem Darlehensverhältnis einzustehen. Um welches Schuldverhältnis es sich dabei handelt, ist jedoch vertraglich genau festgelegt. Kommt der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht (mehr) nach, dann kann sich der Kreditgeber direkt an den Bürgen wenden und zur Zahlung der ausgebliebenen Leistungen auffordern. Einer separaten Mahnung des Kreditnehmers bedarf es dabei streng genommen nicht. In der Praxis sind Bürgschaften relativ selten geworden. Zumindest wenn es um Allzweckdarlehen mit relativ geringen Volumina geht, sind Bürgschaften kaum nicht zu finden – aus verschiedenen Gründen. Ein Grund liegt darin, dass der nötige Aufwand des Kreditinstitutes dafür vergleichsweise hoch ist.
Dispositionskredit - Auch als klassischer Überziehungskredit bekannt, gehört der sogenannte Dispositionskredit wohl zu den bekanntesten und meist genutzten Kreditarten. Seine Bezeichnung verdankt er dem ursprünglichen Zweck, die Girokontodisposition – also die Verwaltung von Einnahmen und Ausgaben – zu erleichtern. Der Dispositionskredit sollte lediglich dazu dienen, eventuelle kurzfristig auftretende Negativsalden des betreffenden Girokontos auszugleichen. Ein solcher Kredit ist demnach immer an ein bestimmtes Konto gebunden. Die Zinsberechnung eines solchen Kredites erfolgt meisten einmal pro Quartal. Eine längerfristige Nutzung des Dispositionskredites ist grundsätzlich zwar denkbar. Allerdings gehört er naturgemäß zu den teuersten Krediten. Wer nicht um eine langfristige Nutzung des Dispositionskredites herum kommt, sollte stattdessen ein Allzweckdarlehen nutzen. Diese sind in aller Regel deutlich zinsgünstiger.
Effektivzins - Der Effektivzins einer Anlage bzw. eines Kredites gibt die tatsächliche Rendite bzw. die tatsächlichen Gesamtkosten des Finanzproduktes in Prozent an. Bezogen auf Darlehen hat der Effektivzins eine wichtige Funktion bezüglich der Kostenangabe. Potenzielle Kreditnehmer können den Effektivzins, als Grundlage für den Vergleich mehrerer Kreditangebote nutzen. Denn neben den zu zahlenden Zinsen müssen im Effektivzins alle zusätzlich entstehenden Kosten und Gebühren enthalten sein. Allenfalls die Kosten einer sogenannten Restschuldversicherung ist gegebenenfalls nicht im Effektivzins enthalten. Der Effektivzins wird häufig auch als effektiver Jahreszins bezeichnet. Im Gegensatz zum Effektivzins ist der sogenannte Nominalzins nicht zum Vergleich von Darlehensangeboten geeignet.
Eigenheimzulage - Bis einschließlich zum Jahr 2005 konnte die sogenannte Eigenheimzulage beantragt werden. Diese Förderung, die als eine der größten staatlichen Förderprogramme Deutschlands galt, sollte vor allem Familien die Anschaffung von Wohneigentum ermöglichen bzw. erleichtern. Die Eigenheimzulage wurde sowohl für den Erwerb und Bau von Eigenheimen als auch für den Kauf bzw. die Erschaffung von Eigentumswohnungen gewährt. Sie setzte sich aus einem Grundbetrag und eventuell zusätzlich gewährter Kinderzulagen zusammen. Die Höhe dieser Beträge hing von verschiedenen Faktoren ab. So war es beispielsweise der Zeitpunkt des Kaufs bzw. Erwerbs, der ausschlaggebend für die Förderungshöhe war. Zudem wurde bezüglich der Förderhöhe zwischen Alt- und Neubauten unterschieden.
Erwerbsunfähigkeit - Unter Erwerbsunfähigkeit versteht man, dass eine Person aufgrund von Unfall, Krankheit oder Invalidität nicht mehr in der Lage ist, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen, um daraus ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Hierbei wird nicht nur der zuletzt ausgeübte Beruf berücksichtigt, sondern generell jede Tätigkeit. Es wird in zwei Kategorien, nämlich der teilweisen und der vollen Erwerbsunfähigkeit unterschieden. Bei einer teilweisen Erwerbsunfähigkeit ist man in der Lage, noch mindestens drei Stunden je Tag einer Tätigkeit nachzugehen. Die volle Erwerbsunfähigkeit stellt sich in dem Moment ein, in dem diese drei Stunden täglicher Tätigkeit nicht mehr geleistet werden können. Die Erwerbsunfähigkeit muss genau so wie die Dienst- und Berufsunfähigkeit durch ein ärztliches Attest bescheinigt werden. Die Erwerbsunfähigkeit wir nur selten festgestellt, so dass hier eine Menge von Gerichtsverfahren anhängig ist, um die Erwerbsunfähigkeit festzustellen.
Forwarddarlehen - Darlehen können nicht nur für den aktuellen Zeitpunkt geschlossen werden, sondern auch schon für die Zukunft. Was erst einmal seltsam kling, ist wahr. Mittels eines sogenannten Forwarddarlehens können sich ernsthaft interessierte potenzielle Bauherren die aktuellen Konditionen für zukünftige Vorhaben sichern – zumindest für begrenzte Zeiträume. So ist es beispielsweise möglich, den aktuellen Zinssatz für einen Kredit in 2 Jahren festzuzurren. Natürlich sind die aktuellen Forwardkonditionen nicht identisch mit den Konditionen für jetzt schon aufgenommene Kredite. Denn die ausgebenden Kreditinstitute preisen die Erwartungen bezüglich zukünftiger Zinsänderungen im entsprechenden Zeitraum in ihren Angeboten ein. Trotzdem kann das Forwarddarlehen eine gute Lösung sein, um Planbarkeit in eine zukünftige Finanzierung zu bringen.
Grundschuld - Eine der gängigen Kreditsicherheiten im Bereich der Baufinanzierung ist die Eintragung einer Grundschuld im Grundbuch. Diese im Juristischen auch als Grundpfandrecht geltende Kreditsicherheit stellt sicher, dass ein Darlehensgeber im Falle von Zahlungsstörungen die entsprechende Immobilie, für welche die Grundschuld eingetragen wurde, mittels Zwangsversteigerung veräußern kann. Auf diese Weise kann er sich der ausgefallenen Darlehensschuld bedienen. Einerseits bietet die Grundschuld dem Kredit gebenden Institut eine wertvolle Kreditsicherheit. Andererseits sind aufgrund des dadurch geringeren Kreditausfallrisikos relativ günstige Darlehenskonditionen möglich, welche letztlich auch dem Kreditnehmer zugutekommen. Nach Abzahlung ist eine eingetragene Grundschuld unwirksam. Selbst dann, wenn sie nicht aus dem Grundbuch ausgetragen wird.
KfW-Darlehen - Im Rahmen einer Baufinanzierung ist die Nutzung eines sogenannten KfW-Darlehens möglich. Diese über die Kreditanstalt für Wiederaufbau ausgereichten Kredite ermöglichen eine teilweise zinsgünstigere Gesamtfinanzierung von Wohneigentum. Aber auch Sanierungen werden von der KfW mittels zinsgünstiger Darlehen preisgünstiger. Je nach Art der Wohnraumerschaffung bzw. Sanierung stehen dazu verschiedene Förderprogramme der KfW zur Verfügung, welche jeweils unter bestimmten Voraussetzungen genutzt werden können. Die Einbindung eines KfW-Darlehens wird von der Hausbank des Kreditnehmers vorgenommen. Diese übernimmt auch die Beantragung des Kredites. Typischerweise stellt die KfW-Finanzierung immer nur einen Teil der gesamten Finanzierung dar.
Konsumdarlehen - Ein Konsumdarlehen ist ein Kredit, der zur Finanzierung klassischer Konsumgüter gedacht ist. Mittels eines solchen Darlehens werden in der Regel Fahrzeuge, Möbel oder Reisen gezahlt. Aufgrund dieses relativ weit gefassten Verwendungsbereiches werden Konsumkredite häufig auch als sogenannte Allzweckdarlehen, manchmal in der Werbung auch als „Egal-Wofür-Kredit“ bezeichnet. Konsumdarlehen werden in der Regel als gängiges Ratendarlehen ausgegeben. Das bedeutet, dass der Kreditnehmer einen regelmäßigen Abtrag in Form einer monatlichen Kreditrate vornimmt. Die Konditionen dieses Kredites sind festgeschrieben – für die gesamte Darlehenslaufzeit. Aufgrund ihres praktisch nicht vorgegebenen Verwendungszweckes liegen die Zinskonditionen von Konsumkrediten grundsätzlich über denen einer Baufinanzierung. Dennoch handelt es sich bei Konsumdarlehen um eine wesentlich günstigere Kreditform, als es beispielsweise der Dispositionskredit ist.
Kredit-Altersgrenze - Mit zunehmendem Alter des Kreditnehmers erhöht sich das Risiko eines Kreditgebers. Denn verstirbt der Kreditnehmer, dann gehen die Forderungen zwar mit in die Erbmasse des Verstorbenen ein. Schlagen dessen Erben jedoch ihr Erbe aus, bleibt der Kreditgeber auf dem geliehenen Betrag sitzen. Um das zu verhindern, bieten die meisten Kreditinstitute sogenannte Restschuldversicherungen an, die den verbleibenden Kreditbetrag im Fall der Fälle abzahlen. Diese Versicherungen sichern Kreditnehmer jedoch nur bis zu bestimmten Altersgrenzen ab, da eine Restschuldversicherung letztlich nicht anderes ist als eine „kleine“ Lebensversicherung. Das wiederum ist der Grund, dass Kreditgeber ihrerseits Kredit-Altersgrenzen bestimmen. Kreditantragsteller, die älter sind, erhalten kein Darlehen mehr – gegebenenfalls sind maximal Einzelfallentscheidungen möglich.
Kreditgeber - Ein Kreditgeber ist eine juristische oder auch natürliche Person, die einer anderen juristischen oder natürlichen Person einen Kredit gewährt. Die leihende Person wird dabei als Kreditnehmer bezeichnet. Um die Rückzahlung eines gewährten Darlehens und auch eine eventuelle Zinszahlung zu regeln, wird meist ein Kreditvertrag zwischen den Vertragspartnern geschlossen. Unter Privatpersonen bedarf die Kreditgewährung jedoch streng genommen keiner Schriftform – juristisch gesehen zählen auch mündliche Vereinbarungen. Aus Beweisgründen wird allerdings meist immer ein Kreditvertrag ausgefertigt. Man spricht bei der leihenden juristischen bzw. natürlichen Person auch dann vom Kreditgeber, wenn es sich bei dem betreffenden Kredit um ein Sachdarlehen handelt.
Kreditinstitut - Als Kreditinstitut werden Unternehmen bezeichnet, die gewerbsmäßig Bankgeschäfte betreiben. Dabei zählen vor allem jedoch Firmen dazu, die solche Geschäfte in einem Umfang betreiben, der einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb voraussetzt. Entgegen der weitläufigen Meinung beschränkt sich das Tätigkeitsfeld von Kreditinstituten nicht auf die Vergabe von Krediten. Neben der Versorgung von Wirtschaft und Privatpersonen mit Kapital gehören mittlerweile auch andere Bereiche zum Kerngeschäft der Kreditinstitute. So beispielsweise die Hereinnahme verzinslicher Geldanlagen, die Abwicklung von Zahlungsverkehr und das Angebot von Dienstleistungen im Wertpapierbereich. Die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Kreditinstitute werden von der Bankenaufsicht überwacht.
Kreditkarte - Eine der modernsten Formen, bargeldlos zu bezahlen, ist die Kreditkarte. Sie wird praktisch ähnlich eingesetzt wie eine klassische Kontokarte. Der wesentliche Nutzungsunterschied einer klassischen Kreditkarte liegt allerdings darin, dass eine solche Karte einen Kreditrahmen besitzt. Der Karteninhaber bezahlt, ohne dass er den Betrag sofort entrichten muss. Denn eine Kreditkarte sammelt alle monatlichen Ausgaben, um diese dann in der Regel erst im Folgemonat von einem festgelegten Verrechnungskonto einzuziehen. Für diese praktisch verspätete Zahlung der Abbuchungsbeträge zahlt der Kartennutzer jedoch keinerlei Zinsen. Lediglich eine pauschale Jahresgebühr für die Karte selbst wird von den meisten Anbietern berechnet.
Kreditnebenkosten - Wie kostenintensiv die Aufnahme eines Kredites wirklich ist, hängt nicht nur von der Höhe der zu zahlenden Zinsen ab. Auch eventuelle Nebenkosten spielen eine wichtige Rolle. Heutzutage fallen solche Kosten fast immer an. Eine hilfreiche Orientierung über die Kostenhöhe eines Darlehen kann der sogenannte effektive Jahreszins sein. Dieser enthält sowohl die Zinskosten als auch eventuell anfallende Bearbeitungsgebühren. Die weitverbreitete Restschuldversicherung beispielsweise gehört allerdings zu den Nebenkosten, die nicht im Effektivzins enthalten sind. Neben dem Effektivzins sollten demnach auch die Kosten für diese fast immer angebotene Versicherung verglichen werden. Auch die häufig im Zusammenhang mit einer Baufinanzierung anfallenden Schätzkosten für das zu finanzierende Objekt, zählen zu den klassischen Kreditnebenkosten.
Kreditnehmer - Als Kreditnehmer gilt eine natürliche oder auch juristische Person, welcher von einem Kreditgeber ein Darlehen gewährt wird. Im Gegenzug verpflichtet sich der Kreditnehmer, dieses Darlehen nach bzw. innerhalb einer bestimmten Zeit zurückzuzahlen. Auch die Zahlung eines Darlehenszinses ist üblich. Im Rahmen einer Kreditvergabe wird in aller Regel ein Kreditvertrag geschlossen, der die genauen Vereinbarungen der Vertragsparteien enthält. Unter als Privatpersonen auftretenden Vertragspartnern ist die Ausfertigung eines Kreditvertrages grundsätzlich nicht nötig, da auch mündliche Vereinbarungen Gültigkeit haben. Aus Beweisgründen ist ein Kreditvertrag jedoch zu empfehlen.
Kreditsicherheit - Gewährt ein Kreditgeber ein Darlehen, weiß er grundsätzlich nie, ob er das geliehene Kapital auch zurückerhält. Das Kreditgeschäft ist also durchaus mit teilweise hohen Risiken behaftet. Um ihr Risiko möglichst gering zu halten, nehmen einige Banken und Sparkassen Kreditsicherheiten herein. Diese stehen dem Kreditgeber gegebenenfalls für die Verwertung zur Verfügung, wenn der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen sollte. Da die Hereinnahme von Kreditsicherheiten oftmals mit hohem Aufwand verbunden ist, haben einige Kreditinstitute weitestgehend Abstand von dieser Praxis genommen. Bestimmte Kreditsicherheiten sind schwer zu verwahren bzw. schwer zu verwalten. So ist beispielsweise die Überlassung eines KfZ-Briefes als Kreditsicherheit in der Praxis kaum noch zu finden. Üblich und weit verbreitet sind jedoch Grundpfandrechte im Rahmen einer Baufinanzierung.
Kreditvertrag - Ein Kreditvertrag ist die vertragliche Vereinbarung zweier Vertragspartner über die Gewährung eines Darlehens in Form von Kapital oder einer Sache. Neben der Bestätigung über die Überlassung des Darlehens enthält der Kreditvertrag wichtige Angaben zu den Rahmenbedingungen des Kredites. So sind darin beispielsweise die Modalitäten der Rückzahlung und Zinszahlung enthalten. Gesetzlich müssen zudem der sogenannte effektive Jahreszins und die eventuelle Gesamtrückzahlungssumme verankert sein. Auch die vereinbarte Laufzeit des Kredites und eventuell entstehende Nebenkosten – zum Beispiel Bearbeitungsgebühren – dürfen nicht fehlen.
Leitzinsen - Die sogenannten Leitzinsen haben maßgeblichen Einfluss darauf, welche Konditionen am Geld- und Kapitalmarkt vorherrschen. Die Höhe der Leitzinsen entscheidet, zu welchen Bedingungen sich Geschäftsbanken Geld bei den Zentral- und Notenbanken leihen können. Daraus ergeben sich wiederum die Konditionen des Marktes. Eine Festlegung der Leitzinsen nimmt die Europäische Zentralbank vor. Bis zur Einführung dieses europäischen Zentralbankensystems wurde diese Aufgabe von der Bundesbank übernommen. Der Möglichkeit einer Anpassung der Leitzinsen gilt ein eines der größten geldpolitischen Steuerungsinstrumente der Europäischen Zentralbank.
Personalkredit - Im Rahmen einer Baufinanzierung unterscheiden Banken und Sparkassen in besicherte und unbesicherte Kreditanteile. Der besicherte Teil eines Darlehens wird dabei als Realkredit ausgegeben. Den (im Wesentlichen) nicht besicherten Kreditanteil bezeichnet man hingegen als sogenannten Personalkredit. In diesem Zusammenhang wird oftmals auch vom Blankokredit gesprochen. Die Höhe dieser Kreditanteile ist individuell sehr unterschiedlich und orientiert sich letztlich am Wert des zu finanzierenden Objektes. Je größer die unbesicherten Anteile, desto teurer wird eine Baufinanzierung. Denn das anzunehmende Risiko des Kreditgebers steigt in diesen Fällen. Kann ein Kreditnehmer den zu finanzierenden Personalanteil mittels Eigenkapital abdecken, genügt die Aufnahme eines Realdarlehens, was eine enorme Einsparung von Zinskosten bedeutet.
Privatinsolvenz - Immer mehr Privatpersonen sind verschuldet. Die auch als sogenannte Verbraucherinsolvenz bezeichnete Privatinsolvenz bietet diesen Menschen die Möglichkeit eines finanziellen „Neustarts“. Im Rahmen dieses Verfahrens kommt es in der Regel letztlich zur Erlassung der Forderungen gegen den Schuldner. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Betroffene selbst das Verfahren der Privatinsolvenz einleitet. Dazu gehört ein sogenannter Schuldenbereinigungsplan, der den Versuch des Schuldners darstellt, eine Einigung mit den Gläubigern zu finden. Erst wenn dieser Versuch scheitert, kann es nach einer anschließenden Wohlverhaltensphase von sechs Jahren zum Erlass der Schulden kommen. Während dieser Zeit muss der Betroffene Einkommen über der Pfändungsfreigrenze zur Schuldtilgung einsetzen.
Realkredit - Im Rahmen von Baufinanzierungen können hereingenommene Sicherheiten nicht immer die gesamte Forderungshöhe abdecken. So gesehen bleibt immer ein Risiko für den Kreditgeber. Kommt der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach, würde beispielsweise die Versteigerung einer Immobilie vermutlich nicht ausreichen, um die verbleibenden Schulden zu begleichen. Aus diesem Grunde unterteilen Kreditinstitute ausgegebene Finanzierungssummen in Real- und Personaldarlehen – abhängig von Wert des Objektes und der nötigen Finanzierungssumme. Der Realkredit ist dabei immer der besicherte Darlehensanteil. Typischerweise stellt eine Bank für diesen Kreditanteil die deutlich günstigeren Konditionen, da es sich für sie um den Teil der Finanzierung handelt, die mit einem relativ geringen Risiko behaftet ist.
Restschuld - Nimmt ein Darlehensnehmer einen Kredit auf, ist er in der Regel zur regelmäßigen Rückzahlung verpflichtet – zumindest im Rahmen eines klassischen Ratendarlehens. Durch diese regelmäßige Zahlung trägt er seinen Kredit Stück für Stück ab. Der jeweils aktuell verbleibende offene Kreditbetrag wird als sogenannte Restschuld bezeichnet. Sie stellt demnach die noch offene Forderung des Gläubigers dar. Eine genaue Ermittlung der Restschuld ist immer dann nötig, wenn ein Kreditnehmer sein bestehendes Darlehen ablösen möchte. Eine Ablösung ist die Abzahlung eines Kredites mittels neu aufgenommenen Kredits. In bestimmten Situationen kann diese Verfahrensweise durchaus sinnvoll sein. Zum Beispiel dann, wenn das neue Darlehen deutlich zinsgünstiger ist als der ältere Kredit.
Schufa - Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – kurz: Schufa – soll Unternehmen vor Kreditausfällen schützen. Dabei handelt es sich um eine klassische Auskunftei, die personenbezogene Daten möglicher Kreditnehmer enthält. Anhand derer können wahrscheinliche Kreditausfälle frühzeitig erkannt werden. Alle Unternehmen, die der Schufa angeschlossen sind, haben mehr oder weniger umfangreichen Zugriff auf die hinterlegten Daten. So können Sie vor Zustandekommen eines Vertrages das möglicherweise daraus entstehende Risiko abschätzen. Die Schufa speichert jedoch nicht nur Daten zu existierenden Kreditnehmern. Mittels dem sogenannten Scoring schätzt sie auch Zahlungswahrscheinlichkeiten von Personen ab, über die noch keinerlei Eintragungen vorliegen. Dafür sind Daten wie beispielsweise Alter, Geschlecht und Wohnsituation maßgeblich.
Scoring - Im Rahmen einer Darlehensvergabe sind Kreditinstitute verpflichtet, die Bonität – also Zahlungsfähigkeit – des Kreditantragstellers zu prüfen. Auf diese Weise soll eine spätere Überschuldung vermieden werden. Bei einigen Banken und Sparkassen ist das sogenannte Scoring ein Teil dieser Bonitätsprüfung. Neben der Einnahmen- und Ausgabenrechnung ist das Scoring das wichtigste Mittel, erhöhte Kreditrisiken zu erkennen. Im Rahmen dieses Verfahrens werden individuelle Daten des Antragstellers mittels Punktesystem gewichtet. Die daraus resultierende Gesamtpunktzahl ergibt einen statistischen Eindruck über die Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeit. Das Besondere am Scoring ist, dass es dem Kreditinstitut lediglich einen statistischen Anhaltspunkt liefert. Es basiert häufig auf den Erfahrungen der bisherigen Kreditgeschäfte.
Tilgungsaussetzung - Wer einen Kredit aufnimmt, zahlt einerseits Zinsen. Andererseits muss das geliehene Kapital jedoch auch an den Darlehensgeber zurückgezahlt werden. In der Regel sind beide dieser Zahlungsbestandteile innerhalb einer gleichbleibenden Kreditrate zusammengefasst. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem sogenannten Annuitätendarlehen. Kommt es zu der Situation, dass Kreditnehmer ihre Rate nicht mehr zahlen können, ist es möglich, eine Tilgungsaussetzung zu vereinbaren. Das bedeutet, dass der Kredit vorübergehend nicht mehr abgetragen wird. Der Anteil der anfallenden Zinsen jedoch muss weiterhin entrichtet werden. Für den Zahlungspflichtigen bedeutet eine Tilgungsaussetzung trotzdem eine finanzielle Entlastung. Grundsätzlich willigen Kreditgeber nur einer vorübergehenden Aussetzung der Tilgung ein. Durch einen solchen Schritt verlängert sich die Kreditlaufzeit.
Überschuldung - Als Überschuldung wird der finanzielle Zustand einer Person bezeichnet, die nicht mehr in der Lage ist, alle regelmäßigen finanziellen Belastungen zu begleichen. Es kann mehrere Ursachen für eine Überschuldung geben. Einerseits kann es sein, dass das Einkommen des Betroffenen sinkt oder wegfällt. Laufende finanzielle Verpflichtungen wären gegebenenfalls plötzlich nicht mehr zu bewältigen. Andererseits kann es sein, dass Anzahl und Umfang der finanziellen Verpflichtungen so groß werden, dass das regelmäßige Einkommen wiederum nicht zur Begleichung der Folgeverpflichtungen genügt. Um Letzteres zu verhindern sind Kreditgeber verpflichtet, die Bonität – also die Finanzkraft – eines Kreditantragstellers zu prüfen. Droht durch Neuausreichung eines Darlehens eine Überschuldung, muss der Kreditantrag abgelehnt werden.
Umschuldung - Als sogenannte wird ein Vorgang bezeichnet, bei dem ein bereits bestehender Kredit mittels einem neu aufgenommenen Kredit abgelöst wird. Auch die Zusammenfassung mehrerer Darlehen zu einem einzigen Kredit wird als Umschuldung bezeichnet. Sinnvoll ist diese immer dann, wenn der Kreditnehmer dadurch Kosten einsparen kann – zum Beispiel, weil das neue Darlehen deutlich zinsgünstiger ist. Aber auch dann, wenn es um die Reduzierung der monatlichen Gesamtbelastung geht, kann eine Umschuldung helfen. Mehrere Darlehen zusammenzufassen ist in aller Regel mit einer deutlich niedrigeren regelmäßigen Gesamtbelastung verbunden. Mehrere kleine Darlehensraten ist Summe betrachtet, machen häufig einen größeren Ratenbetrag aus. Im Fall einer drohenden Überschuldung kann eine Umschuldung aus diesem Grund sinnvoll sein.
Vorfinanzierung - Viele Menschen haben den Wunsch nach Wohneigentum. Doch tatsächlich spart kaum jemand wirklich langfristig für diesen Traum. So kommt es relativ häufig vor, dass Wohneigentum plötzlich gekauft werden soll, aber grundlegende Produkte, die zur Vorbereitung einer erfolgreichen Finanzierung dienen können, nicht vorhanden sind – zum Beispiel ein Bausparvertrag. Ein solcher Vertrag kann sehr interessant sein, da er dem Sparer die Möglichkeit einer relativ zinsgünstigen Kreditaufnahme bietet. Ist kein Bausparvertrag vorhanden, besteht diese jedoch nicht. Es sei denn, es wird bei Beginn der Finanzierung ein Bausparvertrag abgeschlossen, der zunächst bespart werden muss. Damit das Kapital jedoch sofort zur Verfügung steht, muss eine sogenannte Vorfinanzierung vorgenommen werden. Dabei handelt es sich um einen Kredit, der die Zeit bis zur Zuteilung, also dem möglichen Abruf, des Bauspardarlehens überbrückt.
Wertschätzungsgebühren - Wird eine Immobilie von einer Bank oder Sparkasse finanziert, bestimmt diese den Wert des zu finanzierenden Objektes. Zum einen geschieht das im Interesse des Kunden. Denn auf diese Weise wird indirekt verhindert, dass dieser eine überteuerte Immobilie erwirbt. Zum anderen ist diese Wertbestimmung auch aus Sicht des Kreditinstitutes wichtig. Denn der Aufbau der späteren Finanzierung orientiert sich immer am genauen Wert des Finanzierungsobjektes. Bis zu bestimmten Grenzen dürfen besicherte Darlehensteile ausgegeben werden. Um diese Grenzen festzulegen, kommt man um eine genaue Wertbestimmung nicht herum. Je größer der besicherte Kreditteil, desto günstiger wird die Gesamtfinanzierung für den Darlehensnehmer.
Zinsanpassungsklausel - Sowohl Kreditnehmer als auch Kreditgeber unterliegen nach der Ausreichung eines Darlehens gewissen Zinsänderungsrisiken – zumindest im Zusammenhang mit festverzinslichen Krediten. Denn ist der Zins einmal fest vereinbart, kann es sein, dass die Zinsen am Markt plötzlich deutlich fallen oder auch steigen. Der vereinbarte Kredit passt seine Konditionen allerdings nicht an. Wird im Kreditvertrag eine entsprechende Zinsanpassungsklausel verankert, ist das nicht mehr der Fall. In diesem Fall spricht man von einem variabel verzinsten Kredit. Die Anpassungsklausel regelt dabei, an welchem Indikator (z.B. 3-Monats-Euribor) sich die vereinbarte Zinsanpassung orientiert und zu welchen Zeitpunkten diese vorgenommen wird. Häufig ist in diesem Zusammenhang auch die Festlegung einer verzögerten Anpassung.
Zuteilung - Der Zeitpunkt der sogenannten Zuteilung ist im Zusammenhang mit der Besparung von Bausparverträgen wichtig. Er stellt quasi das Sparziel des Bausparvertrages dar. Ist der Zuteilungszeitpunkt erreicht, kann der Sparer seinen Vertrag in Anspruch nehmen. Er kann dabei entscheiden, ob lediglich das Bausparguthaben ausgezahlt oder diesen inklusive des Bauspardarlehens zur Verfügung gestellt werden soll. Das Bauspardarlehen muss jedoch immer zu Finanzierung wohnwirtschaftlicher Zwecke dienen und darf zum Beispiel nicht für die Anschaffung von Konsumgütern dienen. Bei Erreichen des Zuteilungszeitpunktes ist es zudem auch möglich, lediglich das Guthaben auszahlen zu lassen und den Darlehensanspruch auf nahe Angehörige zu übertragen.
Zwangsversteigerung - Kommt ein Darlehensnehmer den Zahlungsverpflichtungen für seinen Immobilienkredit nicht nach, dann kann es zur Zwangsversteigerung des finanzierten Objektes kommen. Diese ist immer dann möglich, wenn die finanzierte Immobilie als Kreditsicherheit für das aufgenommene Darlehen dient. Aufgrund der relativ hohen Darlehenssummen im Baufinanzierungsbereich ist solch eine Besicherung üblich. Das geschieht meist mittels Eintragung einer Grundschuld im Grundbuch der Immobilie. Aber auch Hypotheken können zur Besicherung eines Baufinanzierungsdarlehens dienen. Diese Kreditsicherheiten bezeichnet man als sogenannte Grundpfandrechte.
Zwischenfinanzierung - Nicht selten kommt es vor, dass Bausparvertragsinhaber ihr Wohneigentum eher erwerben möchten, als es ursprünglich bei Abschluss des Bausparvertrages gedacht war. Der bestehende Bausparvertrag wird also bespart und beinhaltet bereits entsprechendes Guthaben. Dennoch kann die eigentliche Zuteilung dieses Vertrages, die eine Inanspruchnahme des meist sehr zinsgünstigen Bauspardarlehens ermöglicht, noch in zu ferner Zukunft liegen. In diesem Fall kann die Zwischenfinanzierung des Bausparvertrages helfen. Diese von den Bausparkassen angebotene Finanzierungsform dient dem sofortigen Wohneigentumserwerb. Bei Zuteilung des Bausparvertrages kann der Zwischenfinanzierungskredit schließlich durch das Bauspardarlehen abgelöst werden. Die Konditionen dieses Zwischenfinanzierungsdarlehens orientieren sich stark an denen des Geld- und Kapitalmarktes.

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